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In der Luft über das Land der unbegrenzten Möglichkeiten!

Wortwörtlich am anderen Ende der Welt mussten wir einen ungeplant langen Aufenthalt einlegen. Da es Verzögerungen mit der Landeerlaubnis in Alaska gab, mussten wir uns noch auf ein paar Tage im kalten, russischen Anadyr einstellen. 

Auf dem Flug hierhin lag unter uns die Halbinsel Kamtaschka mit ihren zahlreichen aktiven Vulkanen. Da gibt es heisse Quellen, tosende Wasserfälle & unwegsame Wälder. Bären, Wölfe, Elche und andere Pelztiere tummeln sich hier. Kurz gesagt: ein malerischer Flecken Erde, aber kein guter Ort für eine Notlandung! 

Doch in Anadyr angekommen, begrüsste uns Olga (Kein Scherz) und wies uns den Weg zum Hafen wo wir zweieinhalb Stunden auf das nächste Boot warten mussten. Na toll. Ist halt nicht die Zürcher S-Bahn gell. 

Na dann, bleiben wir halt ein bisschen hier. Carlo und ich trafen haben uns hier übrigens auf die unmögliche Challenge begeben, eine Postkarte zu finden. Gibts hier nicht - oh Wunder. 

Wir trafen Igor, einen Mann der sich für Carlos Fahrrad interessierte. Carlo versuchte sich dann mit ihm auf Englisch zu unterhalten. Sogar zwei Steine hätten sich lyrisch besser verständigen können als die beiden. Aber Carlo hatte es durch Zeichensprache und Skizzen im Kies tatsächlich geschafft, einen Job für morgen klar zu machen. Er freute sich voll - ich winkte ab und schlief bis Mittag durch. Carlo ging also Metallteile rumschleppen, ich kam dann auf Mittag für die offerierte Portion Spaghetti. Und hey, auch in Sachen Integration ist Carlo voll mit dabei! 

Ich dachte schon er will gleich hier bleiben, aber als wir das OK für den Weiterflug gekriegt haben, war auch er froh. Vorallem stand ein sehr spezieller Flug vor uns:

Zurück in die Zukunft - wir durchbrechen das Raum-Zeit-Kontinuum! Wir flogen nämlich über die Datumsgrenze zwischen Anadyr und Nome in Alaska. Dazwischen liegen 20h Zeitunterschied. Ich hätte das ja gerne über Silvester gemacht. Dann hätten wir zweimal durchfeiern können und sogar noch Zeit gehabt, den Hang-Over auszutreiben! 

Zu feiern gab es nicht viel, aber trotzdem kaum Schlaf: Vor uns stand die gefürchtetste Flugstrecke, welche auch vielen Linienflug-Piloten schlaflose Nächte besorgt. Na dann - lass krachen Carlo! 

Wir wurden zwar etwas durchgeschüttelt, aber das Eis an den Flügeln lies auch Carlo nicht kalt. (Badum-Tsch). Aber gutgelaunt und unverwundet wurden wir in Noma Alaska von flugfanatischen Amerikanern und SUV-Fahrern empfangen. Kaum ein paar Hüpfer auf amerikanischen Boden vollbracht, merk ich schon: Die Ami’s lieben meine Cessna! (Anmerkung von Carlo: MEINE Cessna!). Ja easy. Meine Cessna ist auch deine Cessna.

Weiter gehts nach Anchorage. Schon der Anflug zeigt wieder: Flugzeuge 1 : Rest 0. Hier gibts es wie bei uns Bahnübergänge für Züge, nur eben für Flugzeuge. So lässt sichs als Pilot leben. 

Kaum angekommen, bestaunen wieder alle unsere White Pearl. Hier in Anchorage haben Flugzeuge einen grösseren Stellenwert als Schokolade in der Schweiz: In einer Seebucht in der Stadt befinden sich über 1000 Wasserflugzeuge - der grösste Wasserflugplatz weltweit! 

Unser nächster Flug bringt uns nach Juneau, der Hauptstadt Alaskas. Und was wir landschaftlich auf dem Flug dahin gesehen haben, dafür reicht mein Hasenvokabular nicht aus. Und Worte sind sowieso überbewertet. 

In Juneau angekommen, erwischte uns gerade noch ein junger Pilot, der uns anbot mit ihm auf Whale Watching zu gehen. Oh yeah - da sind wir dabei. Ich hab zwar so Free Willy-mässige Szenen erwartet, aber dem TV soll man ja nicht glauben. War mir im Nachhinein auch recht, dass die riesigen Viecher nicht versuchten, über uns rüberzuspringen.

Wir flogen weiter nach Kanada, Vancouver um genau zu sein. Auf dem Flugplatz sah Carlo den Air Racer Flieger von so einem Energydrink-Hersteller. Er laberte was von wegen Pete McLeod und Bjarni Tryggvason, rückte seine Uniform zurecht und lief auf sie zu. Keine Ahnung wer das ist, aber die sind anscheinend ziemlich wichtig. Für Carlo auf jeden Fall seien das Heroes. Ok, sie sahen schon ziemlich cool aus, um ehrlich zu sein:

In Vancouver wohnten wir bei einer Gastfamilie und hatten Zeit mit einer Sprachschule ein paar Ausflüge zu unternehmen. Joizi kann imfall auch Käptain. 

Weiter gings nach Boise im Bundestaat Idaho und danach über die Rocky Mountains nach Denver. WILD WILD WEST! Willkommen im Lande der Cowboys und Indianer, wo Wildwest-Legende Buffalo Bill zuhause war und sich Pferd und Kojote gute Nacht sagen. Yiihaaaa! 

Während ich mich der Euphorie des wilden Westen fröhnte, hat sich Carlo dem Todestag seiner Mutter gewidmet und ein paar Zeilen dazu niedergeschrieben. Ich bin zwar soweit vom Wasser weg gebaut wie der Mittelpunkt der Sahara, aber da blieb auch mein Auge nicht trocken - ”Widmung Mum“ 

In St. Joseph wurden wir königlich empfangen, sogar mit rotem Teppich! (Endlich mal wieder - ich hatte schon Entzugserscheinungen). Es gab einen Stadtrundflug, Live TV-Auftritte, Besuch bei der militärischen Überlebensbasis der US Air Force. FAAAME! Zudem haben die Betreiber des Flughafen von St. Joseph uns die Kosten für den Platz sowie das Flugbenzin übernommen - St. Joseph, YOU ROCK! 

Auf nach Teterboro! Nein nicht Tacabro. Teterboro liegt vor New York im Staat New Jersey. WELCOME TO JERSEY SHORE B*TCH! Nein, auch nicht. Wieso dann Teterboro? Von hier aus fuhren wir dann nach New York City! In die Stadt, die niemals schläft. HALLOOOOO PARTY! Carlo hatte viele Pressetermine, Meetings mit Partnern & Freunde kamen ihn besuchen - ich stürzte mich in den Partyjungle! Unsere Ankunft in Teterboro wurde schon mit zwei Feuerwehrautos begossen!

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