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Heute wird das Urteil gegen Pussy Riot gefällt!

UPDATE 15:55 Uhr: Alle drei Pussy-Riot-Mitglieder, Nadeschda Tolokonnikowa, Marija Aljochina und Jekaterina Samuzewitsch, werden zu je zwei Jahren Straflager/Besserungsanstalt verurteilt. Die Untersuchungshaft seit März 2012 wird auf die Strafe angerechnet. Die Verurteilten können in Berufung gehen.

UPDATE 13:40 Uhr: Pussy Riot sind schuldig gesprochen. Die Richterin ergeht sich in langatmigen Ausführungen, das Strafmass ist noch nicht verkündet. Wir halten euch auf dem Laufenden!

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Im russischen Skandalprozess gegen die Protestband Pussy Riot wird heute ein Urteil gefällt. Einen masslosen Entscheid befürchten aber nicht nur internationele Politiker - die Band selbst sagt: “Putin vergibt uns nicht - wir waren zu laut.”

Auch wenn Pussy Riot selbst nicht an eine Freilassung glauben, geben sie sich siegessicher: “Unsere Inhaftierung ist ein klares und vernehmbares Signal dafür, dass sie dem ganzen Land die Freiheit nehmen”. Der Fall Pussy Riot habe völlig verschiedene Kräfte zusammengebracht. “Wir und ihr gestalten derzeit eine grosse und wichtige politische Bewegung und Putins System kann immer schwieriger damit umgehen.“ 

Die Richterin im Prozess gilt als Hardlinerin. Ein Insider verriet: “Würde sich ein Richter für einen Freispruch entscheiden, würde er umgehend durch einen anderen ersetzt.”

Ein Entscheid wird gegen 13 Uhr (Schweizer Zeit) erwartet. 

Weltweit sind heute Solidaritätsaktionen geplant, wie heute morgen in Paris:

Was ist überhaupt vorgefallen? 

Drei Frauen der einst anonymen, russischen Band Pussy Riot haben am 21. Februar in der Christi-Erlöser-Kirche in Moskau einen natürlich nicht genehmigten Punk-Bittgottesdienst vor dem Altar durchgeführt mit dem Refrain: “Mutter Gottes, Jungfrau, werde Feministin. Vertreibe Putin.”, da der Patriarch Kyrill I. der Kirche anscheinend in ihrem Namen dazu aufgerufen habe, Putin zu wählen. Das “Gebet” dauerte keine Minute - die Frauen wurden vom Sicherheitsdienst der Kirche entfernt.

Kurz darauf sprach die russisch-orthodoxe Kirche von einen Kriminalfall mit dem Vorwurf: “Rowdytum aus religiösem Hass” - darauf steht eine Höchststrafe von sieben Jahren. Eine massive Hetzjagd in den Medien und der Öffentlichkeit begann. Der Vorfall wurde von der russisch-orthodoxen Kirche als grösseren Angriff gegen die Kirche gewertet, die von vielen Russen als Bestandteil ihrer nationalen Identität gesehen wird. Auch der Kreml stellte den politischen Protest gegen Putin als eine Bedrohung für den Staat dar. 

Unter Verletzung des Gesetzes, das eine vorläufige Festnahme für maximal 48 Stunden zulässt, wurden zwei mutmassliche Bandmitglieder, Nadeschda Tolokonnikowa und Marija Aljochina, vor einer offiziellen Beschuldigung und ohne Beweise dafür, festgehalten. Später wurde auch eine dritte Frau, Jekaterina Samuzewitsch, angeklagt. Der Antrag auf Haftverschonung wurde abgelehnt, und das obwohl Tolokonnikowa und Aljochina Kinder haben - die Fronten spitzten sich zu und Supporter auf beiden Seiten gerieten aneinander. Amnesty International erklärte die drei Feministinnen zu politischen Gefangenen. 

Der Beschluss im Juni, dass die Frauen mindestens noch bis Januar 2013 in Untersuchungshaft bleiben müssten, wurde international scharf kritisiert. Dem Kreml werfen Bürgerrechtler vor, an den Aktivistinnen ein Exempel statuieren zu wollen, um zukünftige Proteste im Keim zu ersticken. 

Anfang August sagte der russische Präsident Putin in London zum Prozess: “Ich denke nicht, dass sie dafür zu hart verurteilt werden sollten”. Pussy Riot werten diese Aussage aber nur als Spiel mit den Medien, um Putins Ansehen aufzubessern. 

International haben sich Superstars wie Madonna, Sting oder die Red Hot Chilli Peppers für die Band ausgesprochen und stehen für eine Freilassung der Frauen ein. Die kanadische Sängerin und Aktivistin Peaches hat in Berlin das Video “Free Pussy Riot” aufgenommen und ihren Danksagungen zufolge auch viele bekannte Namen auf ihrer Seite: Lykke Li, Deichkind, The Hives, Bonaparte und viele mehr!

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